Das Füllhorn von Sabrina Dengel

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Das Füllhorn von Sabrina Dengel

Achtung – was du im folgenden Text lesen wirst sind ausschließlich meine ganz persönlichen Gedanken. Keinerlei Allgemeingültigkeit steckt darin, nur was ich in meinem Herzen zu diesem Thema spüre und wahrnehme. Wenn es für dich stimmt nimm es mit, wenn nicht, lass es einfach liegen.

Also, begeben wir uns gemeinsam auf einen Gedankenspaziergang zum Thema Fülle…

Begonnen hat alles mit einem Telefonat. Ich rief Christiane an, um mit ihr einen Seminarplan für mich im nächsten Jahr auszuhandeln. Im Zuge dieses Gespräches fragte sie mich um einen Beitrag für dieses Magazin zum Thema Fülle. „Ja, klar – kein Problem, mache ich gerne!“ war meine Antwort.

Kein Problem? Tja, das sollte sich doch ein wenig schwieriger darstellen als gedacht. Voller Tatendrang setzte ich mich also an meinen Laptop, bereit die Worte zum Thema Fülle aufzuschreiben. Doch – oh Schreck – da kam nichts Gescheites. Schreibblockade? So fühlte es sich nicht an, hatte ich doch hunderte Gedanken rund um die Fülle im Kopf, doch wo anfangen? Ich schloss also meinen Laptop und ging hinaus in meinen Garten. Ich betrachtete die Blüten und Kräuter, die Berge und den Himmel und stellte die Frage – „Was ist Fülle“. Ein großes Wort, es kann so viel sein – war die erste Antwort, die ich in mir hörte und hier begann mein Gedankenspaziergang, auf den ich dich jetzt mitnehme… wenn du magst.
In den sozialen Medien gibt es unzählige Beiträge zur Fülle. Fast immer ist dabei eine Form der materiellen Fülle gemeint. Finanzielle Unabhängigkeit, ein Leben in Fülle und dazu Bilder von Haus, Auto und Boot. Ein erfülltes Leben, mit Freunden, einer harmonischen Familie und genug Geld, um unbeschwert ein Leben im Überfluss zu leben. Ist es das wirklich? Ist das Fülle? Es ist, in unseren Breitengraden sicherlich für ganz viele Menschen ein Aspekt der Fülle. Die Begierde danach, die Werbeplattformen dafür, erwecken in mir persönlich jedoch eher ein Gefühl des Mangels. Es richtet meinen Focus auf Dinge, die ich nicht habe, und erzeugt Unzufriedenheit mit meinem System – zumindest wenn ich für mich das Gefühl habe, diese Dinge zu „brauchen“. Ich verlasse das Hier und Jetzt, verliere aus den Augen, was da am Wegesrand an Geschenken auf mich wartet.

Doch wie sieht es auf der anderen Seite der Welt aus? Dort, wo Menschen weniger Wohlstand, soziale Sicherheit und Frieden haben als wir hier vor unserer Haustür? Wie wird Fülle dort empfunden? Von meinen Reisen in mehrere aus unserer Sicht arme Länder kann ich einiges darüber erzählen. Dort wird Fülle direkt mit dem Umfeld verbunden. Die Fülle ergibt sich aus den Geschenken, Gaben, Früchten und Kindern von Mutter Erde. Sie ist es, die uns Fülle in all ihren Facetten spiegelt. Wir sind es, die das Maß festlegen, welches für uns Fülle bedeutet. Dankbarkeit, so wurde mir von unterschiedlichen Indigenen versichert, ist der Schlüssel zu einem Leben in Fülle.

Kann Fülle wachsen? Sich vermehren wie Liebe und Freude, wenn sie geteilt wird?

Ich bin davon überzeugt, dass es so ist. Wer mein Buch „Nanabuc – Neugeburt ins eigene Leben“ gelesen hat, weiß das meine Kindheit keineswegs geprägt war von Fülle oder Unbeschwertheit. Da war kein Elternhaus, das mich getragen und geschützt hätte. Oft kochten Nachbarn aus Mitleid mit uns Kindern für uns. Im Winter war es keine SeltenhSei es zum kochen oder für einen Tee (Salbei, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Minze…). Vielleicht auch ein Lavendelstock, für den Kleiderschrank gegen die Motten? Wähle nun in deinem Lebensraum eine Fensterbank oder wenn du einen Garten hast, ein Stück Land, für deinen Kräutergarten. Überlege dir, wo die Kräuter am besten stehen, so dass du sie immer wieder im Blick hast. Sei dir bewusst, dass diese Kräuter Lebewesen sind, die mit dir in Resonanz gehen. Sie können dir dienen, dir Heilkraft und Freude schenken. Sie können deine Freunde sein. Pflege sie, kümmere dich und sprich mit ihnen. Wenn du Pflanzenteile erntest, zeig den Pflanzen in Gedanken ein Bild davon, wofür du sie nimmst. Bedanke dich bei ihnen für ihre Freundschaft und Unterstützung. Nutze ihre Essenz für dich in Liebe und Dankbarkeiteit, dass ich mehrere Sommerjacken übereinander anzog, da ich keine Winterjacke hatte.

Doch ich erinnere mich auch an die Stunden im Wald. An die Ausflüge auf die Magerwiesen mit ihren hunderten bunten Blumen im Frühling. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich irgendwo in der Natur mit Mutter Erde eins wurde, mich beschützt, getragen, genährt und am richtigen Platz fühlte. Ich erinnere mich an den Walnussbaum, meinen Baum, in dessen Krone ich meine erste Blutung bekam.

Gaia, Mutter Erde, die große Göttin und Ernährerin aller Erdenwesen.

In vielen Kulturen wird unsere Erde als lebendiges Wesen gesehen.

Sie gebiert uns Menschenwesen, sie nährt uns in unserem Leben mit all ihrer Fülle und sie nimmt unseren Körper dereinst wieder zu sich, wenn wir aus diesem Leben weiter gehen. Ihre Fülle und Fruchtbarkeit würde für weit mehr Lebewesen auf dieser Erde ausreichen, wenn wir verantwortungsvoll und nachhaltig mit diesen Ressourcen umgehen. Diese Fülle umgibt uns immerzu. Überall, wo wir gehen und stehen, zeigt sie sich. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf ausrichten, werden wir diese Fülle erkennen. Es ist die Summe der keinen Dinge in unserem Leben, welche uns Fülle schenken. Mit den folgenden Übungen wird deine Aufmerksamkeit auf die Fülle in den kleinen Dingen des Lebens geschult.

Übung – Kräutergarten – erwecken der Fülle

Kräuter, seien es Heilkräuter oder Würzkräuter sind Geschenke der Fülle an uns. Sie sind ein Ausdruck der Harmonie und Symbiose des Lebens auf unserer Erde. Meinen Urgroßmutter lehrte mich: „ Für jedes Leiden das dich plagt, wächst im Umkreis von 100 Metern um dein Haus ein Kraut, das dir hilft.“

Dieser Ausspruch bezieht sich auf eine mehr oder weniger natürliche, urbane Umgebung, wie sie heute überall dort zu finden ist, wo Menschen sich angesiedelt haben. Meine Erfahrung hat mir jedoch gezeigt, viele Kräuter finden sich auch in Stadtparks und selbstverständlich in den Randgebieten einer Stadt. Erst einmal darauf aufmerksam geworden, wirst du sie bei deinen Spaziergängen schnell entdecken.

Urbarn Gardening ist eine Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, städtische Lebensräume wieder für Lebensmittel nutzbar zu machen. Es gibt inzwischen essbare Städte wie Andernach in Deutschland. Aber auch Gemeinschaftsgärten in den Randzonen der Städte oder in alten, verlassenen Parks und Hinterhöfen.

Vielleicht gibt es genau so eine Gruppe auch in deiner Stadt – informiere dich! Dein erster Schritt ist jetzt jedoch, dir einige Kräuter zu besorgen, die du magst.

Was du immer und überall finden kannst, sind Brennnesseln. Ein wahres Wunderkraut! Wenn du magst, geh auf Brennnessel-Jagd. Im Frühling eignen sich die jungen Triebe für einen Reinigungstee. Die saftigen Blätter im Frühsommer geben einen leckere Suppe oder auch einen Strudel. Die Samen im Herbst können direkt abgestreift und gegessen werden, ein wahres Kraftpaket! Auch der Löwenzahn ist eine Pflanze, die so gut wie überall gefunden werden kann. Ihre Blätter kannst du in den Salat geben, die Wurzel in einen Tee. Seine Bitterstoffe sind für unseren Stoffwechsel sehr wohltuend.

Beifuß finden wir auf Schutthalden, Baustellen und auch an Straßenrändern. Er ist ein Menschenfolger. Beifuß wird alleine oder gemeinsam mit Wacholder traditionell als Räucherung zur Reinigung verwendet. Probiere es aus, sei kreativ und experimentiere! Wissensdrang ist ebenso ein Aspekt der Fülle, er erweitert dein Sichtfeld und deine Wahrnehmung der Dinge. Lass die Pflanzen mit ihren Früchten dich lehren, die Fülle in deinem Leben zu erkennen.

Übung –Verankerung der Fülle

Du siehst, es ist überall Fülle vorhanden. Das Leben ist Fülle – und in den kleinen Dingen kannst du diese Fülle erkennen. So wird sich dir die Schönheit des Ganzen erschließen. Auch in deinem Leben gibt es diese Fülle. Jeder Mensch hat in seinem Leben Momente der Fülle, der Freude und der Liebe erlebt – erinnere dich!

Schließe deine Augen und bitte darum, dass alle diese kleinen Geschenke deines Lebens sich zeigen, jede einzelne Erinnerung – sieh wie reich du bist!

Nun lass dieses Gefühl dein ganzes Sein erfüllen. Bis in jede deiner Zellen hinein und darüber hinaus. Dieses Gefühl schwingt in hellen, lichten Vibrationen durch deinen Energiekörper hindurch. Es ist wie ein Herzschlag, kraftvoll und rhythmisch. Lass diese Vibration so lange schwingen, bis sie deinen Energiekörper durch und durch gereinigt hat. Jetzt atme ganz tief ein, bis in deine Mitte, einmal, zweimal, beim dritten mal verankere dieses Gefühl in deiner Mitte. Vier Finger breit unter deinem Bauchnabel.

Dort wo deine Seele wohnt.

Deine Freundschaft mit den Kräutern und Pflanzen in deinem Lebensraum versteht sich als Lebensaufgabe. Es ist eine Beziehung auf Lebenszeit. Durch diese Freundschaft wirst du immer eine besondere Note in deiner Nahrung haben. Die von dir gehegten Kräuter sind Kräuter der Liebe, mit denen du kochst – das ist etwas völlig anderes als die fertigen Kräuter aus dem Supermarkt. Und wenn es nur eines oder zwei sind, macht genau das schon den Unterschied auf vielen Ebenen. Du wirst nach und nach immer mehr dieser Schönheiten von Mutter Erde erkennen und Dankbarkeit fühlen. Das ist der Weg, um Fülle in dein Leben einzuladen. Die Übung zur Verankerung der Fülle kannst du immer dann machen, wenn du ins Zweifeln an der Fülle in deinem Leben kommst.

 

Sabrina Dengel, Jahrgang 1970, Mutter von drei Söhnen, Autorin, Schamanin, Sonnentänzerin, spirituelle Hebamme, Seminarleiterin. Seit ihrer Kindheit lebt Sabrina eine enge Verbundenheit zur Natur und den geistigen Welten. Geführt von ihren Lehrern und Verbündeten ist es ihre Passion Menschen als spirituelle Hebamme auf ihren persönlichen, eigenen Weg zum Selbst zu begleiten.

Lebenskraft Orakel

46 Karten mit Buch, 19,95 Euro, Schirner Verlag

2017-09-06T12:35:38+00:00